Pontoniere Aarburg

seit 1880

 
, Urs Wüthrich

Pfingstfahrt 2025

Dieses Jahr waren die Pontoniere Aarburg wieder mal auf einer Pfingstfahrt. Sie führte von Aarburg über Brugg nach Laufenburg.

Samstagmorgen und es herrscht reges Treiben an der Aarbiger Aarewog. Ein klares Indiz, dass sich die Aarburger Pontoniere bereit machen für die Pfingstfahrt 2025. Emsig werden Gepäck und Zwischenverpflegung optimal verstaut. Aufgrund der unsicheren Wetterlage wurden die bereits vorgängig ausgeklügelten Wetterdächer fachkundig montiert. Nach einem kurzen Briefing durch den Fahrchef Michel Roos und ein paar besorgten Blicken gegen den wolkenverhangenen Himmel, startete die 19-köpfige Mannschaft mit viel Vorfreude und riesiger Motivation in ein weiteres Abendteuer.

Nach ein paar Kilometern haben sich ein paar Wagemutige bereits in Olten mit einigen ”Umfahren von Brückenpfeilern” (Übungsteil beim Pontonierwettkampf) aufgewärmt, bevor es im Kanal zwischen Winznau und dem Kraftwerk Gösgen weitere Herausforderung zu meistern galt. Die niedrigen Brücken machten es teilweise erforderlich, dass die zuvor montierten Regedächer demontiert werden mussten. Hier zeigte sich, dass unsere Zimmerleute und Schreiner ihr Handwerk perfekt beherrschen. Bereits wenige Meter nach dem jeweiligen Hindernis waren die Dächer wieder aufgestellt. Das Kraftwerk Gösgen wurde, trotz umständlichem Übersetzungswagen, erfolgreich überwunden. Vorbei an Schönenwerd passierten wir das Stauwehr Schönenwerd und bogen in den Kanal nach Aarau ein. Beim Kraftwerk Aarau bildete sich ein Stau. Dies war darauf zurückzuführen, dass dem diensthabenden Mitarbeiter die Information fehlte, dass 4 Boote zu übersetzen seien. Nach einer längeren Wartezeit und Erfahrung sammeln mit glitschiger Uferzone, fuhren wir weiter zu Kraftwerk Rüchlig. Die dortige Übersetzmannschaft war besser informiert und wartete bereits auf die eintreffenden Boote. Das Übersetzten erfolgte reibungslos und man ruderte zügig dem Mittagshalt beim Kraftwerk Rupperswil entgegen. Kurz vor dem Mittagshalt wollte Petrus unsere Regendächer intensiv prüfen und es regnete teilweise kräftig. Dank guter Vorbereitung und guter Kleidung konnte im Freien grilliert und gegessen werden.

Nach dem Mittagessen ging es weiter vorbei an Wildegg, Schinznach-Bad zum Kraftwerk Wildegg-Brugg, wo ein letztes Übersetzten für den Samstag zu bewältigen war. Kurz nach diesem Kraftwerk, beim Zusammenfluss der alten Aare mit dem Kanal, war unser Tagesziel, die Jugendherberge in Brugg erreicht. Die Zimmer wurden bezogen, ID gemacht und frische Kleider angezogen und wir waren bereit für die feine Älplermagronen mit Apfelmus, welche reichlich genossen wurden. Nach einem kurzen Ausgang oder Jassrunde, gingen die meisten zeitig zu Bett. Nur 5 Pontoniere pro Boot und die lange Strecke forderten von jedem einen entsprechenden Einsatz und die Erholung war willkommen. 

Nach einer ruhigen Nacht und einem ausgiebigen Frühstück, gaben wir unter Führung von David Schulthess die Unterkunft ab und machten die Boote startklar. Gleich zu Beginn wartete ein einmaliges Erlebnis auf uns. Die Fahrt durch die Aareschlucht ist immer wieder ein Erlebnis. Schnell fliessendes Wasser, ständig wechselnde Strömungen und Wirbel fordert von der Mannschaft volle Konzentration. Belohnt wird die rasante Fahrt im Anschluss durch den ruhigeren Teil vorbei am Waffenplatz zu Wasserschloss. Nach Einmündung von Reuss und Limmat ist die Aare um einiges breiter und es ging rasant dem Kraftwerk Beznau entgegen. Beim Kraftwerk Beznau warteten alle Schiffe aufeinander. Im Gegensatz zu den anderen Wehren und Kraftwerken, hat Beznau eine Schleuse, welche das Übersetzten viel einfacher macht. Alle 4 Boote konnten in einem Hub geschleust werden. Nach der Schleuse nahm der Westwind Fahrt auf. Wer ein grosses Wetterdach gebaut hatte, konnte nun mit starker Unterstützung vom Wind und mit sehr wenig Kraftaufwand schnell voransegeln. Die Freude war jedoch von kurzer Dauer. Bereits nach ein paar hundert Metern wendet sich der Aarelauf nach Nord-Westen und der Wind bläst mit voller Kraft von vorne links auf die Aufbauten. Was vorher zum Vorteil war, ist nun ein grosser Nachteil. Der Wind war teilweise so stark, dass die Boote gegen die Strömung flussaufwärts geblasen wurden. Es war einiges an Kraftanstrengung erforderlich, um das Mittagsziel, das Depot der Klingnauer Pontoniere zu erreichen. Nach einem kurzen Mittagshalt und einer feinen Wurst vom Grill, starteten wir bei Starkwind und ordentlichem Regen zu Schlussetappe. Bereits die Fahrt zum Kraftwerk Klingnau erforderte viel Kraft und Geschick. Wind und Regen wandelten die hier friedliche Aare in einen wilden See um. Auch nach dem Kraftwerk Klingnau, wurde der Wind nicht weniger. Die Abwechslung bestand darin, dass der Regen unterschiedlich stark war und der Wind je nach Flussrichtung aus einer anderen Richtung kam, aber immer irgendwie von vorne. Nach dem Kraftwerk Albbruck mussten die letzten Kräfte mobilisier werden und nach ca. 1/¾ Stunden erreichten wir unser Ziel, das Kraftwerk Laufenburg. Mit müden Armen wurden die Schiffe abgerüstet, das Material sortiert und gebündelt. Die Boote wurden auf den bereits wartenden Aufhänger verladen. Dank der dortigen Krananlage erfolgte der Verlad mit wenig Kraftaufwand. Nach kurzem emsigem Treiben, jeder kennt seine Aufgaben, konnten wir mit den Militär-Motorfahrern die Heimreise antreten. Nach einer kurzen Fahrt nach Aarburg, wurde dort das Material abgeladen, versorgt und die Boote eingewassert. Eine weitere unvergessliche Pfingstfahrt der Aarburger Pontoniere ist Geschichte. Herzlichen Dank für die Organisation durch unsere Fahrchef Michel Roos. Der Dank geht aber auch an allen Teilnehmenden. Ohne eure Disziplin und den Einsatz jedes Einzelnen, wäre ein solcher Event nicht durchführbar. Merci.

Urs Wüthrich