, Wullschleger Bernhard

Jungfahrertag mit der Schifferzunft zur Woog

Nach einigen Jahren Unterbruch fand am Samstag 10. Oktober wieder ein Jungfahrertag der Aarburger Schifferzunft zur Woog mit einer Wanderung zur Ruine alt Wartburg und zum Sälischlössli statt.

Ursprünglich war ein Besuch des Rapid-Museums in Schöftland geplant. Da dieses wegen den Covid-19 Auflagen erst nächsten Frühling seine Türen wieder öffnet, hat der Zunftrat nach einer Alternative gesucht und sich entschieden zum 677 müM hoch über Aarburg gelegenen Sälischlössli zu wandern.
Das Interesse bei den Jungfahrer war leider nicht so hoch und widerspiegelte sich in der Zahl der eingegangenen Anmeldungen. Schlussendlich waren es dann 6 Zünfter und die beiden Jungfahrer Dario und Kai Zimmermann welche sich um 13 Uhr beim Vereinshaus der Pontoniere einfinden.
Nach der Begrüssung und Erklärungen über die Entstehung und Zweck der Schifferzunft durch Zunftmeister Bernhard Wullschleger macht sich die kleine Gruppe via Festungshügel, vorbei am Schützenstand Spiegelberg durch den Säliwald auf den Weg zur Ruine Alt-Wartburg welche auf dem Gemeindegebiet von Oftringen liegt. Nach gut einer Stunde Wanderzeit erreicht die Gruppe das erste Etappenziel wo Hanspeter Wullschleger die Besichtigung der Ruine mit den Geschichtlichen Erzählungen unterstützt. Die Ruine befindet sich auf 632 m ü. M. auf dem Säli, einem Nebengipfel der Engelberg-Kette, welche das Aaretal und das Wiggertal überragt. Nur knapp 150 Meter weiter nördlich befindet sich die Neu-Wartburg (auch Sälischlössli genannt), allerdings auf dem Gebiet der Gemeinde Starrkirch-Wil.
Geschichte:
Kurz vor dem Jahr 1200 liessen die Herren von Ifenthal die Burg errichten. Ältere Forschungen gingen noch von den Grafen von Frohburg aus. Ab 1201 wird ein Werner von Ifenthal in Urkunden fassbar; mit dem Bau der Alt-Wartburg und später der Neu-Wartburg versuchten sich die Ifenthaler wahrscheinlich aus dem Vasallenverhältnis zu den Frohburgern zu lösen. Während des 13. Jahrhunderts erfolgte ein bedeutender Ausbau, 1325 war die bauliche Entwicklung abgeschlossen. Mitte des 14. Jahrhunderts gelange die Alt-Wartburg in den Besitz der verwandten Herren von Büttikon. Diese verkauften den Besitz 1379 an die Hallwyler. Als die Eidgenossen im Jahr 1415 den Aargau eroberten, brannten Berner Truppen die beiden Wartburgen nieder. Während die Hallwyler die Neu-Wartburg später wieder aufbauten, liessen sie die Alt-Wartburg zu einer Ruine zerfallen. 1966/67 wurden die Mauerreste ausgegraben und restauriert. Dabei wurden in der Brandschicht zerschlagene Reste von Kachelöfen, sowie Tonplatten eines hinuntergestürzten Bodens entdeckt.
Nach dieser geschichtlichen Wanderpause geht es weiter zum nahe gelegenen Sälischlösschen wo uns im Restaurant eine feine, wärmende Suppe mit Wurst; laut Aussage des Sälischösschen Wirtes Jürg Mosimann, wurde diese früher bei den Pfadfinder: „Stinksockechinosuppe“ genannt serviert. Dazu erzählt uns die Entstehung und die Geschichte des Sälischlösschens welches in seiner heutigen Form keinen historischen Hintergrund mehr beinhaltet.
Der anschliessende Besuch auf der Dachterrasse des Schlosses entschädigte die vorangehenden Anstrengungen mit einer 360 Grad Aussicht in Richtung Jura, Mitteland bis fast in die Alpen, welche leider wegen des Wetter eingeschränkt ist. Zum anschliessenden Kaffee erhält jeder noch den obligaten Nussgipfel als Dessert.
Kurz nach 16 Uhr macht sich die kleine Gruppe wieder auf den Heimweg zum Vereinshaus der Pontoniere an der Aarburger Aare-Woog.
Bericht und Fotos: Bernhard Wullschleger, Aarburg